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Großstädte Polens

Lublin


User: Marek & Ewa Wojciechowscy / WIKIPEDIA

 Allgemein

Lublin hat rund 350.000 Einwohner und ist die Metropole Ostpolens. Die Stadt ist eine kulturelle und wissenschaftliche Hochburg. Es gibt viele Theater, Museen und Galerien, fünf Universitäten und zehn Hochschulen. Die Neustadt ist aufgrund der vielen jungen Studenten –etwa jeder Vierte Einwohner!- sehr modern und quirlig.

Die vollständig restaurierte Altstadt mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten der östlichen Kultur und Geschichte, führt in die jüdische Epoche der Stadt zurück.


 Geschichtliches

Lublins Aufstieg beginnt 1341. König Kazimierz III. umgibt die Stadt mit einer mächtigen Wehrmauer und errichtet eine Burg um die wichtigen sich hier kreuzenden Handelsrouten schützen zu können. Innerhalb der Mauern entwickeln sich Handel und Handwerk schnell.

Als sich Polen und Litauen 1569 zur „Lubliner Union“ zusammenschließen, wird Lublin zur Hauptstadt des mächtigen Staates. Zahlreiche italienische Baumeister kommen und bauen die mittelalterliche Burg zu einer königlichen Residenz im Stil der italienischen Renaissance um. Wohlhabende Kaufleute folgen dem Beispiel und lassen sich Bürgerpaläste und Handelshäuser errichten. Die Stadt gilt als Handelsort für Menschen aus sämtlichen Grenzländern: Russen, Tataren, Türken, Italiener, Deutsche, Ungarn, Armenier und Litauer kommen hier her.

Aufgrund von Kriegen und der Gegenreformation, in deren Folge zunächst die Protestanten die Stadt verlassen und dann zahlreiche Händler folgen, verliert die Stadt an Bedeutung. Ein neuer Aufschwung beginnt um 1870, als Lublin einen Eisenbahnanschluss erhält und bald zu einem Zentrum der Textil- und Lebensmittelindustrie wird. Die Bedeutung als jüdische Stadt zeigt die Weihe der damals weltweitgrößte Hochschule des orthodoxen Judentums 1930. Ein Drittel der Einwohner Lublins ist jüdisch.

Im Zweiten Weltkrieg wird die jüdische Bevölkerung ins Ghetto gepfercht und schließlich deportiert und ermordet. Nur knapp 200 Menschen überleben.

Als eine der ersten Städte wird Lublin am 25.Juli 1944 von der Roten Armee befreit und wird damit zur Keimzelle des neuen polnischen Staates.


 Krakauer Tor

Die meisten Besucher betreten die Altstadt durch das backsteinerne Krakauer Tor. Es war Bestandteil der Stadtmauer, die im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Es ist mit Zinnen, Basteien und einem mächtigen Turm befestigt. Der Turmhelm ist barock und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Heute beherbergt der Turm das Museum für Stadtgeschichte.


 Marktplatz

Der Marktplatz ist von stattlichen Bürgerhäusern im Stil der „Lubliner Renaissance“ umstellt. Die Fassaden sind mit Attiken gekrönt, deren Ornamente dem gesamten Platz exotisch anmuten lassen.

Im Gebäude in der Mitte des Platzes fand in früheren Zeiten das Kron-Tribunal, das höchste Gericht der Adelsrepublik, statt. Start für eine Tour durch den Untergrund Lublins ist in den Kellerräumen: Der Besucher wird durch 14 unterirdische Säle geführt und lernt dabei die Stadtgeschichte kennen. Bestandteil der Führung ist eine Multimedia-Show über den verheerenden Brand von 1719, der einen Teil der Stadt verwüstete.


 Dreifaltigkeitskapelle

Von der alten Burg sind nur ein Rundturm und die Dreifaltigkeitskapelle erhalten geblieben. Die Kapelle ist eines der wertvollsten Baudenkmäler des mittelalterlichen Polen und zeigt wie stark sich hier im Grenzgebiet von West- und Osteuropa die Kulturen durchdringen: Obwohl der gotische Bau römisch-katholisch ist, ist er im Inneren mit russisch-byzantinischen Wandmalereien der Ostkirche geschmückt.

Auf der einzigen saaltragenden Säule des Gotteshauses sind Heilige dargestellt und auf den Wänden sind Fresken zu Christi Leben und Leiden zu sehen. Die Malereien stammen von 1418, waren mehrere Jahrhunderte unter weiteren Farbschichten verborgen und sind erst Ende des vergangenen Jahrhunderts wieder freigelegt worden.


 Johanneskathedrale

Die Jesuitenkirche wurde Ende des 16. Jahrhundert erbaut. Sie gilt als eine der ersten barocken Sakralbauten in Polen. Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika und das Innere steht ganz im Zeichen der Gegenreformation. In hellen, klaren Farben sind Wände und Decken mit Fresken bemalt, die den Sieg des Glaubens über die Ketzerei feiern.

Erstaunlich ist die in einem Seitenschiff untergebrachte „Flüsterkapelle“. Sie ist so gestaltet, dass ein im Flüsterton gegen die Wand gesprochenes Wort am anderen Raumende laut widerhallt.


 Jüdisches Lublin

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war ein Drittel der Lubliner Bevölkerung jüdischen Glaubens; etwa 43.000 Menschen. Es gab 40 Synagogen, eine eigene Hochschule, ein Krankenhaus, mehrere Mikweh-Bäder und zwei Jüdische Friedhöfe. Die Nazis machten dem ein Ende, zerstörten Gotteshäuser und Grabstätten und sperrten die Menschen ins Ghetto bevor sie zur Ermordung in Konzentrationslager deportiert wurden.

Zahlreiche Spuren der Lubliner Juden können heute als Gedenktafeln an Gebäuden entdeckt werden. Einige Häuser, unter anderem die Jeschiwa-Hochschule wurde mittlerweile der Jüdischen Gemeinde zurückgegeben. Allerdings fehlen der kleinen Gemeinde die finanziellen Mittel, um zu sanieren und instand zuhalten.


 Gedenkstätte Konzentrationslager Majdanek

Das Konzentrationslager Majdanek bestand von Oktober 1941 und diente als Arbeitslager für Kriegs- und Strafgefangene, sowie als Auffanglager. Zeitweilig war es auch Vernichtungslager; es kam zu Massenhinrichtungen in Form von Erschießungen und Vergasungen.

Etwa Zweidrittel der Opfer starben durch Auszehrung, Zwangsarbeit, schlechte Behandlung und Krankheiten.
Als erstes großes Vernichtungslager in Polen wurde es am 23. Juni 1944 von der Roten Armee befreit. Zuvor hatte die SS Majdanek ten Gefangenen abtransportiert, das Krematorium und andere Gebäude in Brand gesetzt, aber ein Großteil der Baracken und die Gaskammern blieben intakt und 1000 zurückgelassene Kranke konnten von den Gräuel der Nazis berichten. Im August 1944 gelangten westliche Journalisten nach Majdanek. Daraufhin wurden Berichte über die Massenmorde in US-amerikanischen Zeitungen veröffentlicht.

Das Gelände der Gedenkstätte ist auch heute mit Stacheldraht umzäunt. Er existieren noch einige Baracken, Wachtürme und ein Mausoleum. Es gibt ein großes Archiv und eine Ausstellung, die an die hier Verstorbenen und ihr Leid erinnert. Das Majdanek-Museum und die Gedenkstätte befinden sich etwa 4 Kilometer südöstlich von Lublin.


 Freilichtmuseum

Drei Kilometer nordwestlich der Stadt kann der Besucher sich ein Bild vom Leben der ehemaligen Bewohner dieser Region machen. Eine Ansammlung von typischen strohgedeckten Häusern und Hütten, eine alte Mühle, Bauerngehöfte und eine orthodoxe Kirche lassen Sie in eine andere Zeit eintauchen.

Traditionell werden hier die Heu- und Getreideernte und zahlreiche kirchliche Feste durchgeführt. Der Besucher ist aufgefordert mitzumachen.




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Links im Internet zur Kultur in Polen

 Die Schlösser Polens

 Polonium Art- Zeitgenössische polnische Kunst



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