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Großstädte Polens

Krakau (Krakow)


Marienkirche  © Martin Müller / PIXELIO

 Krakau (Krakow)

Krakau ist in. Das fast südländische Ambiente, die Cafes, Jazz- und Kellerkneipen, die wundervolle Altstadt, das jüdische Viertel und die vielen Studenten verzaubern jeden Besucher. Krakau wurde nie zerstört und so verkörpert die verschwenderische Schönheit der Stadt mit ihrer leichten Renaissance-Architektur der italienischen Baumeister, Polens goldene Zeit.

Krakaus Aufstieg was rasant. Um das Jahr 1000 herum, wurde es dem polnischen Staat einverleibt und bald darauf Königsstadt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Magdeburger Recht eingeführt und die Bürger wurden von Frondienst und Adelsherrschaft befreit. Dies lockte unzählige Fremde an und Krakau erlebte ein "Wirtschaftwunder". Seine Größe spiegelte sich in Wissenschaft und Bildung, Architektur und Kunst . Erst als 1596 Warschau Hauptstadt Polens wurde, vergingen Glanz und Gloria. Der Titel "kulturelle Hauptstadt Polens" konnte jedoch Ende des 19. Jahrhundert zurück erlangt werden.
Als die Deutschen 1939 einmarschierten, versuchten sie den intellektuellen Ruf Krakaus und seine Elite zu zerschlagen, denn im nationalsozialistischen Bild der polnischen Untermenschen war kein Platz für reiche Kultur und aufgeklärte, kultivierte Menschen. Die 69.000 Juden Krakaus traf es jedoch am schlimmsten. Zunächst brannten ihre Synagogen, dann mussten die Menschen ins Ghetto gehen und schließlich kamen sie ins Arbeitslager Plaszow oder Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Überlebt hat fast niemand.

Die sozialistische Regierung ab 1945 versuchte den starken kirchlichen Einfluss in Krakau zu beschneiden. Man erhoffte dies durch eine verstärkte wirtschaftliche Erschließung zu erreichen, insbesondere durch den Bau eines gigantischen Stahlwerks vor den Toren der Stadt. Die Arbeiter verbündeten sich jedoch mit der Kirche und später mit der Solidarnosc-Bewegung und brachten den Sozialismus schließlich zu Fall.


Heute ist Krakau die Hauptstadt der Woidwoschaft Kleinpolen (Malopolskie) und mit seinen 750.000 Einwohner zweitgrößte Stadt in Polen. Seine Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO und die Jagiellonen-Universität, gegründet 1364 ist nach der Prager Uni die zweitälteste in Mitteleuropa. Etwa 160.000 Studenten leben in der Stadt und machen sie extrem jung.


 Marktplatz

In der Mitte der von einem Grüngürtel umschlossenen Altstadt liegt der schöne Marktplatz. Mit seinen 200 x 200 Metern ist er einer der größten Marktplätze Europas. Ganze zwölf Straßen münden auf ihn und trotz der zahlreichen beschirmten Caféterrassen bleibt er weitläufig und licht.

In der Mitte des Platzes liegen die langgestreckten Tuchhallen. Mit ihren hellen Renaissance-Arkaden und umlaufenden Attiken wirken sie sehr elegant. Dass diese Eleganz nicht langweilig wird, ist Türmen, Kuppeln und Fratzenköpfen zu verdanken. Im Inneren befinden sich hölzerne Warenbuden, die das Flair eines Basars haben. Im Obergeschoss befindet sich die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts mit Bildern des Nationalmalers Jan Matejko und anderen.

An der Nordostecke des Platzes steht die Marienkirche. Grundsteinlegung war 1335 und damit ist die Bauart beispielhaft für die polnische gotische Sakralarchitektur. Von Außen eher als schlicht zu bezeichnen, beeindruckt die prachtvolle Innendekoration. Veit Stoß schnitzte von 1477 ganze zwölf Jahre an dem 12 Meter breiten und 11 Meter aufragenden Hochaltar. Die Figuren und Szenen sind teils vergoldet, teils farbig und Meisterwerke europäischer Bildhauerei.
Vom Nordturm ertönt zur vollen Stunde der Hejnal, eine Trompetenmelodie, die nach den ersten fünf Tönen abbricht. Sie erinnert an den Turmwächter, der die Bevölkerung 1241 vor dem drohenden Einmarsch der Mongolen warnte und während er blies, von einem Pfeil getötet wurde.


 Jagiellonen-Universität

Die Westseite der Altstadt gehört den Studenten. Mittelpunkt der Universität bildet das Collegium Maius, ein klosterähnlicher Backsteinbau. Hinter dem Hauptportal öffnet sich ein von Arkaden gesäumter Innenhof mit Brunnen. Treppen führen hinauf zu den prächtigen Sälen. Sie können die Bibliothek mit ihrem Himmelsgewölbe, die universitäre Schatzkammer und den Aufenthaltssaal der Professoren besichtigen.
Zu den bekanntesten Absolventen der 1364 gegründeten Jagiellonen-Universität gehören   Nikolaus Kopernikus und der spätere
 
Papst Johannes Paul II. Die barocke St.Anna-Kirche wurde Ende des 17.Jahrhunderts von den Professoren der Jagiellonen-Universität gestiftet. Das Innere ist mit herrlichen Stuckarbeiten und Fresken geschmückt. Vielen gilt diese Kirche, als das schönste Baudenkmal Krakaus.


 Wawelberg

Zwischen Altstadt und Weichsel erhebt sich der Wawelberg mit seiner über 1000–jährigen Baugeschichte.
Auf der Kalksteinanhöhe befindet sich das Königsschloss und die Wawel-Kathedrale Sankt Stanislaus und Wenzel. Zusammen gelten sie als das wichtigste Bauensemble Polens.
In der gotischen Kathedrale wurden Polens Monarchen gekrönt und beigesetzt und viele Andere von Rang und Namen haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Vom Sigismund-Turm hat man einen guten Überblick über die Anlage. Die Muskelkraft von zwölf Männern ist nötig, um "Sigismundus", die Glocke, zum Klingen zu bringen.
Das Schloss entstand zeitgleich mit der Kathedrale, sein heutiges Äußeres bekam es jedoch im 16. Jahrhundert. Sowohl der dreigeschossige Arkadenhof, als auch die Einrichtung der königlichen Gemächer stammen aus dieser Zeit.

Unterhalb des Schlosses befindet sich die Drachenhöhle. Sie ist 81 Meter lang und wird über eine Treppe vom Südwestrand des Plateaus erreicht.
Zu Zeiten der Stadtgründung lebte in der Höhle ein Drache, der sich hauptsächlich von Jungfrauen ernährte. In seiner Verzweiflung bot Fürst Krak demjenigen, der den Drachen besiegen konnte, die Hand seiner Tochter an. Aber niemanden gelang diese Heldentat. Eines Tages kam ein schlauer Schusterjunge daher, füllte ein Schafsfell mit Pech und Schwefel und warf es in die Höhle. Der Drache fraß es, wurde unglaublich durstig, kam aus der Höhle heraus und trank, um seinen Durst zu stillen, soviel Weichselwasser, dass er schließlich platzte. Der Schusterjunge heiratete die Fürstentochter und die Krakauer konnten wieder ohne Angst leben.
Heute steht am Eingang zur Höhle eine Drachenskulptur, die alle drei Minuten Feuer speit.


 Jüdisches Krakau

Der Stadtteil Kazimierz, südlich von der Altstadt gelegen, war früher eine eigenständige Stadt, mit einer Bevölkerung hauptsächlich jüdischen Glaubens. Nach dem Holocoust gibt es hier heute so gut wie keine Juden mehr. Das Viertel zeugt von jüdischer Tradition und Lebensstil: sieben Synygogen, der Friedhof, das Jüdische Museum, viele Cafés und Restaurants, die koschere Speisen anbieten, jüdische Folklore und der Verkauf jüdischer Literatur und Alltagsgegenstände.
Der Film Schindlers Liste wurde zu einem Teil hier gedreht und hat die Aufmerksamkeit nach Kazimierz gelenkt. Es wurde viel restauriert und heute kommen Menschen aus allen Teilen der Welt der Suche nach Spuren ihrer Wurzeln.


Auf der anderen Seite der Weichsel, im Stadtteil Podgórze, befand sich von 1941 bis 1943 das Ghetto Krakaus. Etwa 15.000 Menschen wurden auf einer Fläche auf der vorher 3000 Personen lebten, eingesperrt und nach und nach ins Konzentrationslager Plaszow oder nach Auschwitz-Birkenau deportiert.
Das Ghetto war mit einer hohen Mauer umgeben und scharf bewacht. Teile dieser Mauer wurden zum Gedenken stehen gelassen, auch die Ghetto-Apotheke existiert noch.


Etwa 90 Minuten entfernt von Krakau liegt die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Jährlich etwa 500.000 Menschen besuchen sie.

In enger Komplizenschaft zwischen dem Chemiekonzern IG-Farben und der Waffen-SS wurde die Anlage zum größten Arbeits- und Vernichtungslager des Holocoust. Bis 1944 wurden hier über eine Million europäischer Juden, etwa 250.000 nichtjüdische Polen, außerdem Sinti, Roma, sowjetische Kriegsgefangene, Homosexuelle, politische Häftlinge und Anhänger religiöser Gruppen vergast, erschossen oder Mangels Ernährung und medizinischer Versorgung krepieren gelassen.
Die Gedenkstätte umfasst das Konzentrationslager Auschwitz I und das Vernichtungslager Auschwitz II. Und obwohl die Deutschen bei ihrem Rückzug 1945 einen Teil des Lagers zerstörten, reicht das, was erhalten blieb aus, um das Ausmaß des Grauens und des organisierten Massen- und Völkermords deutlich zu machen.
Für Kinder unter 14 Jahren wird ein Besuch der Gedenkstätte nicht empfohlen.



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Links im Internet zur Kultur in Polen

 Die Schlösser Polens

 Polonium Art- Zeitgenössische polnische Kunst



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