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Geschichte Polens


 Ende der Antike und Mittelalter

ab 200 v. Chr. - Germanische Stämme siedeln in weiten Teilen Polens.

1. Jahrhundert n. Chr. - Die Städte Kalisz und Truso sind den Römern bereits bekannt.

Während der Völkerwanderung ziehen viele ostgermanische Stämme Richtung Westen, aus Osten kommen Balten und Slawen und lassen sich nieder.

ab dem 5. Jahrhundert - Die Westslawen, darunter auch der Stamm der Polanen, der später namensgebend für Polen wird, siedeln dauerhaft auf polnischem Gebiet.

Im frühen 10. Jahrhundert - Polen entsteht als Herzogtum des Mieszko I. Die Grenzen des damaligen Territoriums kommen den heutigen Staatsgrenzen sehr nahe.

997 - Polen geht ein enges Bündnis mit dem Heiligen Römischen Reich ein.

1025 - Polen wird in den Stand eines Königreiches erhoben.

1138 - Polen zerfällt in sechs unabhängige Herzogtümer.

Anfang des 14. Jahrhunderts - Polen wird wiedervereinigt.

1386 - Durch Heirat des litauische Großfürsten Jagiello und der polnischen Königin Jadwiga entsteht der mächtige Doppelstaat Polen-Litauen.

1473 - Der Astronom und Arzt Nikolaus Kopernikus wird in Thorn (Torun) geboren. Er beschreibt das heliozentrische Weltbild des Sonnensystems und stirbt 1543.


 Neuzeit

1569 - Polen, Litauen und Teile der Ukraine bilden eine Adelsrepublik. Dieser Bund ist der größte Staat Europas und historisch gesehen der erste moderne Staat Europas . Die Könige werden durch Wahl des Adels bestimmt und es herrscht Gewaltenteilung.

17. und 18. Jahrhundert – Durch fehlende Reformen, dadurch einhergehende innere Unruhen und viele Kriege mit seinen Nachbarn, schwächt sich die Adelsrepublik sehr stark. Selbst der Versuch sich eine Verfassung zu geben, kann nichts mehr ändern.

1772, 1793 und 1795 - Durch drei Teilungen wird Polen in drei Staaten zerrissen.

1810 - Der Klavierspieler und Komponist Friedrich Chopin wird in Zelazowa Wola geboren. Er stirbt 1849 in Paris.

1813 - Durch Beschluss des Wiener Kongresses fällt ein großer Teil Großpolens als Provinz Posen an Preußen, Krakau wird Stadtstaat. Der Rest –das sogenannte Kongresspolen - wird als Königreich Polen mit dem Zarenreich verbunden.

1830 bis 1831 – Der Novemberaufstand (auch Polnisch-Russischer Krieg) soll die Unabhängigkeit Polens zum Ziel haben. Der bewaffnete scheitert jedoch und führt zu einer Verschärfung der russischen Dominanz.

1863 bis 1864 – Der Januaraufstand ist ein erneuter Versuch sich von der russischen Herrschaft zu befreien. Da die Verschwörer militärisch hoffnungslos unterlegen und schlecht ausgerüstet sind, findet ein Guerillakrieg statt, den die Russen erbarmungslos niederschlagen. Als Folge werden hunderte Aufständische hingerichtet, tausende nach Sibirien deportiert, Güter eingezogen, Sonderabgaben eingeführt, die unierte Kirche wird der orthodoxen unterstellt, es wird nur noch in russischer Sprache unterrichtet und die Lehrpläne an Schulen und Hochschulen werden denen in Russlands angepasst. Selbst der Name „Polen“ ist nun verboten und wird durch „Weichselland“ ersetzt.

1867 - Die Nobelpreisträgerin und Phsikerin Marie Curie wird in Warschau geboren. Sie gilt als Mutter der modernen Atomwissenschaft und stirbt 1934 in Frankreich.


 20. Jahrhundert

1916 – Das Deutsche Reich ruft das Königreich Polen aus, das allerdings nur auf dem Papier besteht.

1918 - Aufgrund der Niederlage der Teilungsmächte Deutschland und Österreich-Ungarn erlangt Polen seine Souveränität zurück.

1919 - im Friedensvertrag von Versailles wird die Unabhängigkeit Polens bestätigt und es erhält im Westen weite deutsche Gebiete. Polen war Gründungsmitglied des Völkerbundes.

1920 - Das Warschauer Wunder statt, das polnische Heer verhindert den Vormarsch der Bolschewiken nach Zentraleuropa. Polen gewinnt große Gebiete im Osten.


 2. Weltkrieg

01.09.1939 - Durch den Angriff Deutschlands auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg. Die Sowjetunion greift Ostpolen am 17.09. an. Innerhalb eines Monats ist Polen besiegt. Während des Krieges bleibt Polen gemäß des Hitler-Stalin-Pakts im Westen von der Wehrmacht und im Osten von der Roten Armee besetzt.

Zu den Zielen der deutschen Besatzungspolitik gehörte die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und der polnischen Intelligenz, die Erweiterung des „Lebensraums im Osten“ und die Stärkung der deutschen Kriegswirtschaft durch die materiellen Ressourcen Polens und die Arbeitskraft der Zwangsarbeiter. Die jüdische Bevölkerung wurde in Ghettos zusammengetrieben. Sie müsste dort Zwangsarbeit verrichten, durfte das Ghetto nicht verlassen und keinen Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen. Infolge einer völlig unzureichenden Versorgung und schlechter hygienischer Verhältnisse starben täglich Hunderte, besonders Kinder und alte Menschen, an Hunger und Krankheiten.

Ab 1942 - Die Deportationen der Juden in die Vernichtungslager beginnen.

19. April 1943 - Nachdem über 300.000 Bewohner des Warschauer Ghettos in Viehwaggons in das nahegelegene Lager Treblinka deportiert worden waren, unternimmt die jüdische Widerstandsbewegung im Ghetto einen Aufstandsversuch. Während der rund vier Wochen dauernden Kämpfe werden mehr als 56.000 Juden von SS- und Polizeieinheiten ermordet oder in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Das Ghetto wird dem Erdboden gleichgemacht.

1. August 1944 - Auf Beschluss der Londoner Exilregierung beginnt der Warschauer Aufstand gegen die nationalsozialistischen Besatzer. Die Stadt kämpft zweieinhalb Monate bis der Widerstand niedergeschlagen ist. Aus Rache wirde die gesamte Stadt mit Sprengmaterial systematisch verwüstet und nahezu vollständig zerstört.

Polnische Soldaten kämpfen an allen Fronten des Zweiten Weltkrieges auf Seiten der Alliierten: bei der Luftschlacht um England, in Afrika, in der Sowjetunion, bei der Invasion in der Normandie und in Italien. Die polnischen Soldaten stellen damit die viertgrößte Armee der Alliierten auf dem europäischen Kontinent. Polnische Partisanengruppen, die die größte Widerstandsbewegung im besetzten Europa darstellen, leisten auch in Polen selbst Widerstand.

Fast 6 Millionen Polen verlieren im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Von den etwa 3,5 Millionen polnischen Juden 1939 haben den Krieg nur etwa 500.000 Menschen überlebt.


 Volksrepublik Polen

1945 - Polen wird von der sowjetischen Roten Armee befreit und die Regierung kommt aus London nach Polen zurück. Nach dem Potsdamer Abkommen verändern sich die Grenzen Polens - das ganze Land wird ungefähr 300-500 km nach Westen verschoben. Ursprünglich polnische Gebiete im Osten werden an die Sowjetunion abgetreten. Etwa 8,4 Deutsche verlassen die nun Polnischen Gebiete, etwa 5 Millionen Polen werden dort neu angesiedelt, hauptsächlich aus der UdSSR, Zentralpolen, Frankreich und Belgien.

ab 1947 – Der Druck Stalins auf Polen wirde immer stärker. Hatten die polnischen Kommunisten Anfangs noch geglaubt, ein eigenes politisches System aufbauen zu können, geraten sie nun immer mehr unter den Einfluss der Sowjetunion.

1955 Polen unterzeichnet den Warschauer Pakt . Sie soll den Gegenpol zur NATO bilden.

1956 – Der Posener Arbeiteraufstand, in dem der Unmut der Menschen gegen das kommunistische System geäußert wird, wird blutig zerschlagen. Vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen mit Misswirtschaft und mangelnder Versorgung stellen die Bevölkerung nicht zufrieden.

1978 - Der Bischof von Krakau, Karol Wojtyla wird zum neuen Papst Johannes Paul II.

Sommer 1980 – Wegen eine Preiserhöhung für Fleisch kommt es zu einem Streik der Danziger Lenin-Werftarbeiter. Unterstützt durch regimekritische Intellektuelle und die katholischen Kirche, weitet sich der Aufstand zu einer Volksbewegung in ganz Polen aus. Lech Walesa , Elektriker und Streikführer auf der Leninwerft, wird Vorsitzender der neu gegründeten Gewerkschaft Solidarnosc. Im Laufe der Jahre wächst der Einfluss der Solidarnoc gewaltig. Etwa 30 Prozent der Mitglieder der kommunistischen Partei war gleichzeitig auch in der Solidarnoc, die bis zu 9,5 Millionen Mitglieder hatte.

Dezember 1981 – Über Polen wird der Kriegzustand verhängt. Vorausgegangen sind zahlreiche gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Staatsorganen und Gewerkschaftaktivisten. Im Oktober wird der als Hardliner geltende Verteidigungsminister Jaruzelski neuer Parteichef. Trotz Entgegenkommen der Solidarnoc ruft er den Kriegszustand aus. Später behauptet er nur so hätte man die Rote Armee vom Einmarsch abhalten können. Einige Tausend Personen werden in Internierungslager gebracht, darunter die Führung der Solidarnoc, Regionalführer und oppositionelle Intellektuelle. Das soziale und öffentliche Leben in Polen erlischt. Der Kriegszustand währt zwei Jahre.

1983 – Lech Walesa wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Mitte der 1980er – Nach dem Machtantritt von Michael Gorbatschow in der Sowjetunion setzen sich auch in Polen die Reformkräfte durch. 1986 werden alle politischen Gefangenen freigelassen.


 Dritte Republik - ab 1989

1989 – Nach Verhandlungen über reine Wirtschaftsreformen ist klar, dass die Bevölkerung ohne politische Veränderungen nicht zufrieden zustellen ist. Es kommt zu Gesprächen am Runden Tisch. Vereinbart werden Reformen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Die Solidarnoc wird wieder zugelassen. Ein Mehrparteiensystem, volle Volkssouveränität mit dem Prinzip freier Wahlen, Pluralismus und unabhängige Gerichte werden eingeführt.
Nach den Wahlen gelingt es der Solidarnoc in Zusammenarbeit mit zwei bisherigen Blockparteien eine Regierung zu bilden. Erster nichtkommunistischer Ministerpräsident seit 1945 wird der Journalist Mazowiecki.

Die Veränderungen und Ereignisse in Polen waren maßgeblich für den Fall der Berliner Mauer, die Wiedervereinigung Deutschlands und den Zusammenbruch des Kommunismus im Ostblock.

1991 – Durch die Auflösung des Warschauer Pakts endet auch die Mitgliedschaft Polens.

1997 - Per Volksabstimmung wird eine neue Polnische Verfassung angenommen

1999 - Polen wird NATO-Mitglied.

2004 - Polen tritt der Europäischen Union bei.


 Links im Internet zur Kultur in Polen

 Die Schlösser Polens

 Polonium Art- Zeitgenössische polnische Kunst

 Polen - Historisches Portal des Herder Institutes

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