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Großstädte Polens

Breslau (Wroclaw)


Rathaus   - Kolossos / WIKIPEDIA

 Allgemein

Breslau gilt als Blume Europas und spiegelt in seinem heutigen großstädtischen Flair die kulturelle Vielfalt seiner mitteleuropäischen Vergangenheit wider.

Seit den 1990er Jahren macht Breslau eine sehr dynamische Phase durch. Im Dreieck Berlin-Warschau-Prag gelegen, ist die Stadt einerseits für europäische Großunternehmen sehr interessant, anderseits boomt der Tourismus.

Die Stadt liegt an der Oder und vier ihrer Nebenflüsse. 12 Inseln mit 112 Brücken über zahlreiche Kanäle und Seitenarme führen dazu, dass Breslau oft als polnisches Venedig bezeichnet wird.


 Geschichtliches

Das Jahr 1000 gilt als das Gründungsjahr der Stadt Vratislavia. Später nahm sie die Namen Wroclaw und Breslau an.

Bereits seit etwa 900 gehörte der Ort unter den Piasten zum Königreich Polen. Ab 1335 wurde es böhmisch und war später ein Teil von Böhmen und Ungarn. Ab 1526 gehörte es zum Habsburgerreich. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg im Zuge des Österreicheschen Erbfolgekrieges wurde es 1742 Teil des Königreich Preußens und damit später zum Deutschen Kaiserreich.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Breslau vor Bombenangriffen weitgehend verschont. Als aber die Rote Armee anrückte, erklärte die nationalsozialistische Führung die Stadt zur Festung und sprengte ganze Straßenzüge, um sie besser verteidigen zu können. Bis zum letzten Blutstropfen sollte um die Stadt gekämpft werden. Am Ende waren 68% der Häuser zerstört.

Bis Ende des Zweiten Weltkrieges war Breslau ein vorwiegend deutsche Stadt, 96% der Menschen sprach deutsch.. Nach 1945 wurde die Bevölkerung fast komplett ausgewechselt . Die Deutschen wurden nach Westen vertrieben, Polen –meist selbst Vertriebene aus den polnischen Ostgebieten, hauptsächlich aus dem nun ukrainischen Lemberg- nahmen ihren Platz ein. Bis diese Menschen sich hier zu Hause fühlten, vergingen einige Jahre. Groß war die Angst, dass die Deutschen zurückkommen und eine Rückgabe fordern könnten. Nach und nach machten sie Breslau aber zu ihrer Stadt und voll Bewunderung sprach man vom Lemberg der Nachkriegszeit oder dem neuen Breslauer Stil. Das Bestreben ging jedoch weitgehend dahin, die Stadt zwar wohnlich zu machen, dabei aber auf Historisches zu verzichten. Nichts sollte an die deutsche Vergangenheit erinnern.

Nach der Wende 1989 begann der eigentliche Wiederaufbau der Stadt, liebevoll wurde nun auch das alte, deutsche Kulturerbe restauriert und heute gelten deutsche Schriftsteller, Philosophen oder Naturwissenschaftler wieder als Söhne oder Töchter der Stadt auf die man Stolz ist.


 Altstadt – Rund um den Ring

Der Ring (Rynek) ist der mittelalterliche Marktplatz Breslaus. In seiner Mitte stehen das Alte und das Neue Rathaus, sowie die ehemaligen Tuchhallen.

Das Alte Rathaus ist eines der schönsten öffentlichen Gebäude des Mittelalters und ein Wahrzeichen Breslaus. Mit dem Bau wurde kurz nach dem Mongolenüberfall im 13. Jahrhundert begonnen, endgültig fertig wurde es im 16. Jahrhundert.
Unter dem filigranen Schmuckgiebel der Südostseite befindet sich eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580. Eine Sonnenkugel mit goldenem Finger zeigt die Stunden, eine Sichel die Mondphasen an, die Zeichen in den Ecken symbolisieren die Jahreszeiten. Vom kleinen Erker unter der Uhr gab früher der Bürgermeister wichtige Ereignisse bekannt oder informierte die Bürger über neue Gesetze und Anordnungen.
An der Südfassade können Sie mittelalterliche Steinmetzkunst bewundern. Auf fast 50 Metern Länge, mit verschlungenen Ornamenten verziert, sind Alltagsszenen dargestellt: Zechgelage, Tanzreigen, Markttreiben…
In drei schmalen Häuserzeilen hinter dem Rathaus, aber ebenfalls auf dem Ring, hatten im Mittelalter die Handwerker und Händler ihre Läden. Heute finden sich hier kleine Restaurants und Geschäfte.

Die Westseite des Marktplatzes besteht aus original erhaltenen, prachtvoll bemalten Bürgerhäusern im Renaissance-Stil. Die Südseite wurde 1945 zerstört aber bereits in den 50er Jahren wiederaufgebaut. Dabei wurde der alte Zustand teilweise locker rekonstruiert. Andere Häuser haben nur vorgesetzte Fassaden, die den jeweiligen Baustil vorgaukeln. Schön sieht es trotzdem aus!
Die Ostseite steht dem Rathaus gegenüber und wird von zwei prächtigen Jugendstilwarenhäusern dominiert.
Die Nordseite hieß in deutscher Zeit Naschmarkt. Bereits im Mittelalter wurde hier Honig, Lebkuchen, Lakritz und Zuckerzeug verkauft. Diese Tradition wurde aufgegriffen und heute finden sich hier einige Konditoreien und Cafes.
An der Nordwestecke stehen die windschiefen, durch einen Torbogen verbundenen Pfarrhäuschen Hänsel und Gretel. Im Mittelalter schritt man durch den Bogen auf den Friedhof. Mit ähnlichen Häusern war ursprünglich die gesamte Elisabethkirche umgeben.

Die Elisabethkirche ist mit ihrem helmbekröntem Turm eines der bedeutendsten Gotteshäuser Schlesiens. Viele Grabmäler aus Gotik, Renaissance und Barock verteilen sich auf die drei Kirchenschiffe und die Nebenkapellen. Grandios ist die Aussicht vom 90 Meter hohen Turm! Gegen eine Gebühr geht es 300 krummgetretene Stufen hinauf.

Das Breslauer Königsschloss oder auch Stadtschloss genannt war ab 1750 die hiesige Residenz der Hohenzollern. Der Neorenaissance-Bau beherbergt heute das Nationalmuseum. Die Gezeigten Stücke reichen vom Mittelalter bis in die Klassische Moderne.


 Universitätsviertel

Das Hauptgebäude der Universität liegt am Ufer der Oder, in einem 170 Meter langem Barockgebäude, das von einem Astronomieturm mit Aussichtterrasse überragt wird.

Die Universität kann sich rühmen, 11 Nobelpreisträger hervorgebracht zu haben. Zu ihnen gehören der Historiker Theodor Mommsen, der Schriftsteller Gerhard Hauptmann und der Biologe Karl von Frisch.

Das Prunk- und Herzstück bildet die Aula Leopoldina . Der Hörsaal ist mit schlichten Bänken für die Studenten ausgestattet. Ansonsten ist nichts schlicht! Der Barocksaal ist vom Boden bis zur Decke mit Schnitzereien, Goldstuck, Skulpturen und Fresken ausgestattet.


 Dominsel

Die Wiege Breslaus , die Dominsel, ist seit Versandung der oder im 19. Jahrhundert mit dem Festland verbunden. Im Jahr 1000 wurde hier eines der ersten polnischen Bistümer gegründet und seitdem lag hier das kirchliche und politische Machtzentrum. Eine Kirche reiht sich hier an die nächste, nur manchmal unterbrochen von Kanonikerhäusern.
Das eindrucksvollste Gebäude ist die Johanniskathedrale , mit zwei fast 100 Meter höhen Türmen. Im Inneren ist es ziemlich finster und außer den bunt leuchtenden Glasfenstern, kann man kaum etwas erkennen. In verschwenderischer Pracht zeigen sich vor allem zwei Kapellen: die Kurfürstenkapelle in blau-grauem Marmor und goldenem Stuck und die ebenfalls barocke Elisabethkapelle, mit herrlichen Malereien aus dem Leben der Heiligen in der Deckenkuppel.

Das Naturhistorische Museum und der Botanische Garten befinden sich ebenfalls auf der Dominsel und geben den, der Kirchen überdrüssigen, Besuchern die Chance etwas anderes zu sehen.


 Scheitninger Park und Jahrhunderthalle

Östlich der Altstadt, jenseits der Alten Oder liegt die grüne Lunge Breslaus. Im waldähnlichen Park lässt es sich wunderbar erholen und spazieren gehen. Auch der größte polnische Zoo ist hier beheimatet.

An Rand des Parks liegt die 1913 erbaute Jahrhunderthalle. Die Veranstaltungshalle aus Stahlbeton gehört seit 2006 zum Weltkulturerbe. Die Kuppel hat eine Spannweite von 65 Metern und war seinerzeit die größte weltweit.
Die Breslauer nennen die Halle salopp „Tortenschachtel“ und tatsächlich erinnert sie ziemlich an eine mehrstöckige Hochzeitstorte.




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Links im Internet zur Kultur in Polen

 Die Schlösser Polens

 Polonium Art- Zeitgenössische polnische Kunst



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